• Dr. David Kaufmann

Von Ängsten und Angstfressern

Angst ist ein zu tiefst menschliches Gefühl, das wichtige Schutzfunktionen aktiviert oder aktivierte. Es gibt hingegen auch Ängste die z.B. mit früheren Erlebnissen (die teilweise nicht mehr erinnerlich sind) verknüpft sind und durch sehr individuelle Auslöser (visuell, Gerüche, Bilder, Berührungen, …) reaktiviert werden. Dabei wird im Körper das unbewusste Nervensystem stark aktiviert und eine ganze Kaskade an körperlichen, emotionalen und gedanklichen Reaktionen losgetreten, die als sehr belastend und einschränkend empfunden werden.


Therapeutisch gibt es nach guter diagnostischer Abklärung ganzheitliche Konzepte, die individuell angepasst werden können. Einige Ideen finden Sie hier:


Bewegung: Sportliche Aktivität hilft Anspannung die mit Fluchttendenzen verbunden ist abzubauen.


Entspannungsübungen: hier gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, aus denen man wählen kann: Achtsamkeitspraxis, Yoga, Progressive Muskelrelaxation, autogenes Training, Phantasiereisen,…


Tagebuch: nicht nur ein bewährtes Mittel bei Ängsten, sondern auch für ein sorgenfreies Leben. Es hilft Gedanken zu ordnen und verhindert, dass schon Erreichtes und hilfreiche Ideen wieder vergessen werden. Mein Tipp: Lesen Sie Ihre Zeilen von Zeit zu Zeit wieder durch. Sie werden staunen welche Weisheit Sie zu Papier gebracht haben!


Gespräche mit vertrauten Menschen: Es kann sehr entlastend wirken, mit Freunden oder Familienangehörigen Sorgen und Ängste zu teilen.


Sich der Angst stellen: Wer unter einer einigermaßen beherrschbaren Angst leidet, sollte Situationen und Objekten, die ihm Angst machen, nicht meiden. Lassen Sie sich dabei von anderen Menschen Ihres Vertrauens unterstützen, denn das beruhigt Ihr Nervensystem.


Kreativität: Malen, Zeichnen, Gestalten alles ist erlaubt. Gerade auch für Kinder ist das ein toller Zugang zum Thema z.B. symbolisch ein Angstfresserchen oder einen Beschützer zu malen usw.


Psychotherapie: rechtzeitige professionelle Unterstützung kann rascher Auswege erkennen lassen. Reden Sie unbedingt mit Ihrem Begleiter auch über Geborgenheit, Schutz und Sicherheit.


Naturheilkunde: besonders pflanzliche Heilmittel setze ich gerne bei Ängsten ein und sie eignen sich gut zur Selbsthilfe. Lavendelöl (in Kapseln zum Einnehmen) und Passionblumenextrakt (in Tablettenform) eigenen sich aufgrund der ausreichend hohen Dosierung zur Behandlung.


Medikamentös: Antidepressiva/Benzodiazepine werden bei schwer beherrschbaren Ängsten eingesetzt.


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