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Libidoverlust bei Frauen und Männern – ganzheitlich verstehen und behandeln

Aktualisiert: 19. Jan.

Sexuelle Lust ist kein Schalter, den man einfach an- oder ausschaltet. In meinen medizinischen und psychotherapeutischen Gesprächen erlebe ich häufig, dass Menschen verunsichert sind, wenn sich ihre Lust verändert – manchmal schleichend, manchmal ganz plötzlich.

Libidoprobleme betreffen Frauen wie Männer. Und doch werden sie selten offen angesprochen. Viele Betroffene fragen sich im Stillen: „Ist das noch normal?“ oder „Liegt das nur an mir?“

Da ich in meiner Praxis Allgemeinmedizin mit Psychotherapie und naturheilkundlichen Verfahren verbinde, betrachte ich Libidoveränderungen nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel von Hormonen, Körper, Psyche, Beziehung und aktueller Lebenssituation. Ziel ist nicht eine schnelle Standardlösung, sondern ein individuell stimmiger Weg.


Was bedeutet Libidoverlust eigentlich?

Von Libidoverlust spricht man, wenn die sexuelle Lust über längere Zeit deutlich geringer ist als früher und als belastend empfunden wird – für einen selbst oder in der Partnerschaft.

Dabei ist mir besonders wichtig zu betonen: Es gibt kein richtiges oder falsches Maß an sexueller Lust. Manche Menschen sind mit wenig Sexualität zufrieden, andere leiden darunter. Entscheidend ist nicht die Häufigkeit, sondern wie stimmig sich die eigene Sexualität anfühlt.


Mögliche Ursachen – ein Zusammenspiel von Körper, Hormonen und Psyche

In einer ganzheitlichen Betrachtung zeigt sich selten nur eine einzelne Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen.


Körperliche und hormonelle Einflüsse

Bei Frauen spielen häufig eine Rolle:

  • hormonelle Veränderungen (z. B. in den Wechseljahren oder nach einer Geburt)

  • vaginale Trockenheit oder Schmerzen beim Sex

  • hormonelle Verhütungsmittel

  • Schilddrüsenfunktionsstörungen

Bei Männern beobachte ich oft:

  • alters- oder stressbedingte Veränderungen des Testosteronspiegels

  • Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Verunsicherung durch Erektionsveränderungen

Bei allen Geschlechtern relevant:

  • chronische Erschöpfung und Schlafmangel

  • Vitamin- und Mikronährstoffmängel

  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente (z. B. Antidepressiva oder Blutdruckmittel)

  • chronische Schmerzen oder körperliche Erkrankungen

Schon vergleichsweise subtile hormonelle oder metabolische Veränderungen können die Libido deutlich beeinflussen.


Psychische und emotionale Faktoren

Als Arzt für psychotherapeutische Medizin erlebe ich häufig, dass Libidoverlust ein frühes Warnsignal innerer Überlastung ist.

Häufige Einflussfaktoren sind:

  • anhaltender Stress oder Überforderung

  • depressive Verstimmungen oder Angstzustände

  • ein negatives Körpergefühl

  • belastende oder grenzüberschreitende sexuelle Erfahrungen

Der Körper zieht sich oft zurück, wenn seelisch zu viel getragen werden muss.


Beziehung, Nähe und Lebenssituation

Viele Menschen berichten, dass Nähe im Alltag verloren geht, ohne dass dies bewusst wahrgenommen wird. Nicht selten höre ich Sätze wie: „Wir verstehen uns gut – aber die Nähe fehlt.“

Belastend wirken können:

  • ungelöste Konflikte

  • fehlende emotionale Verbindung

  • Leistungsdruck in der Sexualität

  • wenig Raum für Zärtlichkeit und Intimität

  • Gewohnheit

Sexuelle Lust entsteht dort, wo Sicherheit, Offenheit und Entspannung möglich sind – aber auch Neugierde, Entdeckergeist und freudige Spannung sein dürfen.


Warum ein ganzheitlicher Blick bei Libido so wichtig ist

Libido ist kein isoliertes Symptom, sondern Ausdruck eines komplexen Zusammenspiels. In der Praxis zeigt sich immer wieder: Wird nur ein einzelner Aspekt betrachtet – etwa ausschließlich Hormone oder ausschließlich die Psyche – bleiben wichtige Einflussfaktoren unberücksichtigt.

Ein ganzheitlicher Ansatz bedeutet:

  • körperliche Ursachen ernst zu nehmen

  • hormonelle Veränderungen differenziert zu beurteilen

  • psychische Belastungen nicht zu bagatellisieren

  • die individuelle Lebens- und Beziehungssituation einzubeziehen

Erst diese Kombination ermöglicht oft nachhaltige Veränderungen, statt kurzfristiger Effekte.


Mein ganzheitlicher Ansatz in Diagnostik und Therapie


Ganzheitliche Diagnostik

Am Anfang steht immer eine sorgfältige Abklärung:

  • ausführliche Anamnese (körperlich, psychisch, partnerschaftlich)

  • Laboruntersuchungen (Hormone, Vitamine, Spurenelemente)

  • Überprüfung bestehender Medikamente

  • gynäkologische oder urologische Abklärung bei Bedarf

Allein Klarheit darüber zu gewinnen, was eine Rolle spielt, ist für viele bereits sehr entlastend.


Individuelle therapeutische Bausteine

Je nach Situation kombiniere ich unterschiedliche therapeutische Elemente:

  • Allgemeinmedizinische Betreuung

  • Psychotherapeutische Gespräche (einzeln oder als Paar)

  • Bioidentische Hormontherapie(z. B. Estriol, Estradiol, Testosteron, DHEA – sorgfältig dosiert und ärztlich begleitet)

  • Gezielte Vitamin- und Mikronährstofftherapie

  • Phytotherapie

  • Unterstützung bei Stressregulation, Selbstfürsorge und Körperwahrnehmung

Nicht jede Maßnahme ist für jede Person sinnvoll. Entscheidend ist die individuelle Abstimmung.


Was mir besonders wichtig ist

Libido schwankt im Laufe des Lebens – bei allen Menschen. Ein Rückgang der Lust ist kein persönliches Versagen, sondern oft ein Hinweis darauf, dass Körper und Seele mehr Aufmerksamkeit brauchen.

Entscheidend ist, ob Sie selbst oder Ihre Beziehung darunter leiden – und ob Sie sich Veränderung wünschen.


Ein Gespräch kann ein erster Schritt sein

Libidoveränderungen sind oft ein leiser Hinweis des Körpers, genauer hinzuschauen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, begleite ich Sie gern dabei, wieder mehr Klarheit und Stimmigkeit zu finden.

In einem geschützten Rahmen betrachten wir gemeinsam Körper, Hormone, Psyche und Lebenssituation – ohne Druck, ohne Bewertung.


Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf. Manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo man beginnt, sich selbst ernst zu nehmen.


Paar

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